Donnerstag, 13. Oktober 2011

NerdAlert - Die Nerdserien

In dieser Unterkategorie widmen wir uns den Nerdserien. Wie sich herausstellen wird, hat die Figur des Nerds einen auffallenden Wandel in der Serienlandschaft durchgemacht. War sie in den 90er Jahren Symbol des "Losers", der zwar intelligent ist, aber keinen Zugang zum "normalen Leben" hat, ist er heute anerkanntes (wenn auch noch immer gemiedenes) Mitglied unserer Gesellschaft.
Das heutige Fernsehen zeigt uns verschiedenste Typen von Nerds, manche von ihnen sind klassisch schüchtern, lassen sich von ihren Eltern kleiden und hängen am liebsten vor dem Computer, andere sind einfach nur richtig gut in dem was sie tun, sehen gut aus und sind erfolgreich im Leben und in der Liebe.
Die Definition von Nerds wird immer weiter gesteckt. Sicher ist nur, dass sie sich von "unsereins" durch ihr enormes Spezialwissen unterscheiden und untereinander in einer eigenen Sprache kommunizieren können. Schon allein diese Merkmale machen sie für den Zuschauen zugleich sympathisch, aber auch enorm anders.
Ob Wissenschaftler, Computertechniker, Verschwörungstheoretiker, Science Fiction oder Musicalfans, sie alle verbindet außerdem eine fast manische Haltung gegenüber ihrem (nicht nur arbeitsbedingter) Lebensmittelpunkt. Oft fehlt ihnen dieser Elan dann im sozialen Kontakt mit anderen.
Trotzdem sind sie aus der derzeitigen Serienlandschaft nicht mehr wegzudenken, was zum einen vielleicht im Zusammehang mit dem derzeitigen Faible des Crime-Serien für Labortechnik und Forensik (CSI etc.)  - Spezialisten lösen Fälle -, zum anderen weil mit dem Ende der No Future-Generation die Ära der Youtube-Generation begann. Durch Social Media und weltweite Internetplattformen finden sich tausende Gleichgesinnte jeden Tag zusammen und frönen ihrem Nerd-Sein. Es haben sich unzählige kleine oder riesige Gruppen gebildet, in denen es zwar wie in allen Gruppen bestimmte Regeln gibt, diese aber genau auf ihr Thema, ihre Interessenlage abgestimmt sind. So sind wir viel mehr versucht, Außenstehende als gleichberechtigt anzuerkennen, auch wenn wir ihre Zweckmäßigkeit nicht immer verstehen.
Der Zugang zu diesen vielen Fan-Foren, Computer- oder Selbsthilfeseiten, politische oder wissenschaftliche Plattformen haben so gut wie alle Menschen (die Zugang zum Internet besitzen), egal welcher Gruppe sie möglicherweise im "realen Leben" angehören. Weswegen wir immer mehr und immer schneller Kenntnisse von den verstecktesten Dingen der Welt erlangen könnnen.
Unsere Nerds sind uns da das ein oder andere Mal um weiten voraus. So können völlig verkopfte Physiker mit hübschen Blondinen anbändeln (Big Bang Theory), Computerfachmänner heimlich Spione werden (Chuck), versponnene Filmfans und Pharmazeuten Kriminalfälle lösen (Psych), koordinationslose Footballspieler, stotternde Gruftis, überambitionierte Loserinnen oder Rowdys plötzlich Musicalstars (Glee) werden.
Einige der Kult-Sci-Fi-Serien haben ihre eigenen Nerds, die auch schon die ein oder andere Spin-Off-Folge bekommen habe. Ich rede natürlich zuerst einmal von "The Lone Gunmen" in "The X-Files", die es tatsächlich zu einer eigenen (wenn auch kurzlebigen) Serie geschafft haben. Byers, Frohike und Langly sind ganz typische Nerds, die ihr Leben damit verbringen, Verschwörungstheorien aus den verschiedensten Medien zu extrahieren und damit nicht nur einmal der US-Regierung gehörig auf die Füße treten. Scully und Mulder können sie auch meist helfen, jedoch gehen selbst dem aufgeschlossenen deren abgedrehte Theorien oft zu weit.


Daran angelehnt aber um einiges unintelligenter sind die "Ghostfacers" aus "Supernatural". Sie sind eher klassische Loser, die im Grunde keinerlei Fähigkeiten haben, die den beiden Dämonenjägern Dean und Sam helfen können. Vielmehr repräsentieren sie die immer größer und fanatischer werdende Fangemeinde solcher Serien. Da "Supernatural" selber einige Verweise auf die "X-Files" aufweist, liegt außerdem die Idee nahe, dass es sich um eine Verbeugung vor den "Lone Gunmen" handelt.


Eine ähnliche Verbeugung macht auch unser Dauergast "Buffy" mit dem "Trio". Hier haben wir es mit einer Mischung aus allen angegebenen Nerd-Typen zu tun, sind die drei (Jonathan, Warren und Andrew) zwar völlige Versager im Leben (keiner hat eine Freundin oder es zu irgendeinem Job gebracht), haben aber alle ihre mehr oder weniger ausgeprägten Spezialfähigkeiten: Andrew kann Dämonen beschwören, Warren ist technisch begabt und Jonathan kann ein wenig zaubern. Die drei werden in der 6. Staffel als Bösewichter vorgestellt und obwohl sie sich eher lächerlich verhalten, verursachen sie nicht nur bei der angeschlagenen Buffy eine Lebenskrise. Doch im Laufe der Zeit stellt sich ihre Harmlosigkeit und Nützlichkeit als Einzelpersonen innerhalb einer Gruppe heraus, weswegen v.a. Andrew und Jonathan uns noch lange im Gedächtnis bleiben.


Also: lebt euren inneren Nerd aus, wer weiß, wann ihr einmal gebraucht werdet!
Fortsetzung folgt...

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